Fanprojektarbeit
Die ersten vereinsunabhängigen Fanprojekte haben sich bereits in den 1980er Jahren gegründet und ihre sozialpädagogische Arbeit im Fußballumfeld aufgenommen.
Von Beginn an gehören
- die Förderung einer positiven Fankultur
- Gewaltprävention
- Demokratiestärkung
- Unterstützung und Begleitung von jugendlichen Fans in allen Lebenslagen
zu den Kernaufgaben der Fanprojektarbeit. Darüber hinaus zeichnet sich Fanprojektarbeit durch die Förderung der Kommunikation zwischen allen am Fußball beteiligten Akteure (Fans, Vereine, Polizei, Ordnungsdienste) aus.
Mittlerweile gibt es deutschlandweit von der Bundesliga bis zum Amateurfußball 61 sozialpädagogische Fanprojekte mit 68 Fanszenen, die folgende Merkmale gemein haben:
- Fanprojektarbeit ist professionelle Arbeit; die Mitarbeiter:innen sind in hauptamtlicher Funktion tätig
- Fanprojekte sind sozialpädagogische Institutionen. Sie verfügen über entsprechende Konzeptionen sowie Mitarbeiter:innen mit qualifizierter Ausbildung und Erfahrung
- Fanprojekte sind unabhängig und nicht weisungsgebunden gegenüber den jeweiligen Bezugsvereinen, ihren Gremien, den Organisationen von Fußballfans und den Fußballverbänden
Die Arbeitsgrundlager der Fanprojekte basiert auf den Grundlagen des Nationalen Konzept Sport und Sicherheit (NKSS) sowie den Leistungen des SGB VIII.
Insbesondere die Jugendarbeit (§11 SGB VIII) sowie die Jugendsozialarbeit (§13 SGB VIII) stellen die rechtliche Arbeitsgrundlage dar.
Zielgruppe des Fanprojekt Nürnberg sind alle Fußballfans des 1.FC Nürnberg zwischen 12 und 27 Jahren.
Fanprojekte sind eine besondere Form der „Fanbetreuung im Rahmen von Sozialarbeit“ (NKSS) und zeichnen sich durch den niedrigschwelligen sozialpädagogischen Zugang zu den Fans aus. Fanprojekte sind kein originärer Teil der Sicherheitsarchitektur! Ihre Arbeit richtet sich maßgeblich nach den Bedürfnissen der Zielgruppe(n) vor Ort.
Fanprojektarbeit verfolgt demnach folgende Ziele:
- parteiliches Eintreten für junge Fans und ihre Anliegen
- Unterstützung von jugendlichen Fans bei der Bewältigung ihrer Lebensaufgaben und Stärkung ihrer Persönlichkeitsentwicklung
- Vermittlung von demokratischen und humanitären Werten sowie gewaltfreiem Handeln im Alltag
- Schutz und Förderung der Fanszene als Subkultur und wichtige Instanz jugendlicher Sozialisation und Identitätsentwicklung
- Verhinderung der Ausgrenzung einzelner Fans oder Fangruppen