Dem Fanprojekt Nürnberg droht ein 4-faches Defizit

Seit fast 40 Jahren erhält unser Fanprojekt von der Stadt Nürnberg eine jährliche Zuwendung für die präventive Jugendarbeit mit jugendlichen Fußballfans. Weil das so ist, bezuschußt uns das bayerische Sozialministerium in gleicher Höhe und der Fußball, die DFL, legt das Doppelte nochmal drauf. So werden aus 1 Euro 4 Euro für unser Fanprojekt. Und so ist das im Nationalen Konzept Sport und Sicherheit (NKSS) auch gemeinsam vereinbart.

Davon bezahlen wir unsere drei pädagogischen Vollzeitkräfte und einen Minijobber als Verwaltung sowie unsere Sachkosten wie Miete, Telefon, Versicherungen oder Veranstaltungskosten und unsere Reisekosten für die Spieltagsbegleitungen auswärts.

Auch eigene Einnahmen aus Veranstaltungen, Vermietungen und Bewirtung müssen wir erzielen, damit unser Haushalt am Jahresende aufgeht. Wir haben keine Einsparungsmöglichkeiten mehr und das Risiko, mit Minus abzuschließen, droht uns an jedem Jahresende. Es bleibt tatsächlich nichts übrig.

Die Stadt Nürnberg ist hoch verschuldet und muß im Jahr 2027 viele, viele Millionen sparen, um einen Haushalt hinzukriegen, der von der Regierung von Mittelfranken genehmigt wird. Wir befürchten, dass die sogenannten freiwilligen Leistungen an Organisationen, die für die Nürnberger Bürgerinnen und Bürger Angebote im sozialen, im kulturellen, im ökologischen oder im Gesundheitsbereich machen und die von der Stadt Nürnberg auch gewünscht sind, nicht die Förderung erhalten, die dafür 2027 notwendig ist.

Wie viele dieser Organisationen hat auch das Fanprojekt eine geringfügige Zuschußerhöhung beantragt, damit sie die erwartbaren Tarifsteigerungen für ihr pädagogisches Personal auch erfüllen kann. Wir halten uns wie alle guten Arbeitgeber selbstverständlich an den Tarifvertrag.

Und wir haben eine Sondersituation: Wir haben 2.500 Euro mehr beantragt für 2027. Kommen Sie nicht von der Kommune, kommen sie auch nicht vom bayerischen Sozialministerium und von der DFL kommt auch nicht mehr. So haben wir in dieser Situation plötzlich eine Deckungslücke von 10.000 Euro, die wir auf keinen Fall im laufenden Betriebsjahr 2027 anderweitig decken können.

Diese Situation läßt uns ziemlich ratlos zurück und gefährdet die Existenz unseres Fanprojekts.

Gleichzeitig sehen wir nicht, wie die Deckelung bei den „freiwilligen Leistungen“ den Haushalt der Stadt Nürnberg rettet, wo es um Sparsummen von 70 Mio. oder mehr geht.

Wir meinen, die Stadt Nürnberg muß beim notwenigen Sparen „groß“ denken – das „KleinKlein“ zerstört ein sehr gutes soziales und kulturelles Netzwerk und hilft dem Sparziel nicht wirklich weiter.

Das Fanprojekt trifft es besonders, wo wir doch extra viel zusätzliche Förderung in die Stadt holen: Aus 1 Euro werden eben 4 – oder eben nicht.

Wir fürchten um die Existenz unseres Fanprojekts.

Walter Teichmann

Ehrenamtlicher Vorsitzender des Fanprojekt Nürnberg e.V.